Rede der Oberbürgermeisterin beim Bayerischen Sparkassentag 2018 in Rosenheim

Frei ab Beginn der Rede. Es gilt das gesprochene Wort.

 

Ich freue mich sehr, Sie heute in meiner Eigenschaft als Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim zur 92. Ordentlichen Verbandsversammlung des Sparkassenverbands Bayern begrüßen zu können. Ich tue dies auch im Namen des Vorstands sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse Rosenheim – Bad Aibling. Für meine Heimatstadt und natürlich für die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling ist es eine Ehre, in diesem Jahr Gastgeber des Bayerischen Sparkassentages zu sein. Ich hoffe, Sie fühlen sich wohl bei uns und können sich die Zeit nehmen, abseits der Beratungen etwas von dem Flair zu spüren, das diese Stadt auszeichnet und den bürgerschaftlichen Zusammenhalt aufzunehmen, der sie prägt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Gedanke des Zusammenhalts spiegelt sich auch in dem optimistischen und nach vorne weisenden Motto dieses Sparkassentags wider: Gemeinsam #AllemGewachsen.

Dieses Motto ist deshalb so gelungen, weil es alles das beinhaltet, was die Sparkassen in der Vergangenheit groß gemacht hat und was für die Zukunft prägend bleiben wird. Da ist zunächst die Verbundenheit zwischen Institut und Kunden, der Zusammenhalt der wirtschaftlichen Akteure in einer Region zum Wohle aller. Dazu gehört, auch für den vielbeschworenen „kleinen Mann“, passgenaue und risikoarme Angebote zur Vermögensbildung anzubieten. Natürlich spielt die Kreditvergabe an die örtliche Wirtschaft, an kleine und mittlere Unternehmer, Handwerker, Dienstleister, Landwirte und Bauherrn eine große Rolle. Die Zeiten sind noch nicht allzu lange her, da in den Banktürmen in Frankfurt und anderswo unverblümt darüber nachgedacht wurde, aus dem Privatkundengeschäft auszusteigen - da nicht lukrativ genug. An diese Zeiten und an diese Zusammenhänge sollte denken, wer jetzt im Gefolge von Wortmeldungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank oder der Europäischen Bankenaufsicht meint, das deutsche System der Sparkassen als regionale Finanzdienstleister in Frage stellen zu müssen. Im Kern wird hier die gleiche Diskussion geführt, wie in der Frage der deutschen Einlagesicherung: Wer das Bild der Geschäftsbank als ultimatives Ideal eines Kreditinstituts vor Augen hat, wird den Sparkassen als regionale Akteure nicht gerecht.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

gestern vor 70 Jahren wurde die Reichsmark für ungültig erklärt, der Starschuss für den Siegeszug der Sozialen Marktwirtschaft wurde gegeben. Wenn wir also 70 Jahre Soziale Marktwirtschaft feiern, ist es Zeit, auch die Rolle der Sparkassen dabei zu würdigen. Unsere Sparkassen haben zu dieser Erfolgsgeschichte ein gehöriges Maß beigetragen, auch und gerade weil sie über den wirtschaftlichen Erfolg nie ihre gesellschaftliche Verantwortung zurückgestellt haben. Die heutige Übergabe der Gewinne des PS-Sparens an die Rosenheimer Tafeln zeigt die völlig andere, soziale und verantwortliche Philosophie der Sparkassen, die wir unbedingt erhalten und für die Zukunft bewahren wollen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich sage klar: Unsere Sparkassen sind vielleicht nicht „too big to fail“, aber sie sind „too important to fail“ und wir werden ihre Erfolgsgeschichte auch im digitalen Zeitalter weiterschreiben, weil wir als Kommunen, weil wir als Kunden zu ihnen stehen, und werden dabei das beherzigen, was Landesobmann Walter Pache gestern in seinem Bericht betont hat: „Es kommt trotz aller Digitalisierung immer auch auf die Menschen an.“

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

der amerikanische Komiker Danny Kaye bemerkte einmal: „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Beteiligungen, Gold und Grundstücke dazu“.

All das haben die bayerischen Sparkassen zu bieten, obendrein einen gesunden Nachtschlaf in der Gewissheit, dass die Anlagen sicher sind und die Gewinne dem Gemeinwohl zugutekommen. Wir haben das Ziel, unseren Kunden das Leben zu erleichtern. Gleichwertige Chancen und Lebensbedingungen zu finden, damit die soziale Schere nicht weiter aufgeht. Eine Vertrauenskultur zu schaffen, die so grundsätzlich und so wichtig ist in diesen Zeiten. Der Präsident des DSGV, Helmut Schleweis, hat davon gestern gesprochen. In diesem Sinn wünsche ich der Verbandsversammlung weiter einen guten Verlauf, interessante Beratungen, bereichernde Gespräche und den bayerischen Sparkassen weiterhin eine gute Entwicklung.