112 – die Nummer für den Notfall

Rosenheim. Der 11. Februar ist der Europäische Tag des Notrufs 112. Mit dem Aktionstag soll die lebensrettende Rufnummer in der Bevölkerung noch bekannter gemacht werden. Das Datum wurde bewusst gewählt: der 11. Tag steht für die 11 und der Februar als zweiter Monat im Jahr für die 2. Wer bei uns die 112 wählt, kommt bei der Integrierten Leitstelle Rosenheim raus.

„Hier ist der Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst“ – mit diesem Satz beginnt jedes Notrufgespräch, das die Integrierte Leitstelle (ILS) Rosenheim über die europaeinheitliche Notrufnummer 112 erreicht. Im Durchschnitt geschieht das über 200 Mal pro Tag. Je nach Tageszeit sitzen vier bis sechs Disponenten an ihren „Einsatzleitplätzen“ und alarmieren und koordinieren die notwendigen Einsatzkräfte. Bei besonderen Einsatzlagen (z.B. Unwetter, Hochwasser, starker Schneefall) nehmen sogar bis zu 13 Disponenten die Notrufe entgegen.

Der Disponent stellt jedem Anrufer „fünf W-Fragen“, um ein möglichst genaues Schadensbild zu erhalten.
WER meldet?
WO ist das Ereignis?
WAS ist passiert?
WIE VIELE Betroffene/Verletzte?
WARTEN auf Rückfragen.

Aufgrund der gemeldeten Schadenslage, legt der Disponent ein Schlagwort im Einsatzleitsystem fest. Über dieses Schlagwort und den Ort des Geschehens werden automatisch die nächstgelegenen Rettungskräfte alarmiert. Die Disponenten begleiten die Einsatzkräfte während des kompletten Einsatzes und unterstützen sie mit möglichen Nachalarmierungen oder Gefahrgutauskünften.

Die Integrierte Leitstelle Rosenheim ist eine von 26 Integrierten Leitstellen in Bayern und seit 2010 mit insgesamt 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund um die Uhr in Betrieb. Die ILS Rosenheim ist die zentrale Anlaufstelle für alle medizinischen Notfälle des Rettungsdienstes, für die Anmeldung von Krankentransporten sowie bei allen Schadenslagen die die Feuerwehren betreffen. Die Integrierte Leitstelle Rosenheim deckt Stadt und Landkreis Rosenheim sowie den Landkreis Miesbach ab. Das Einzugsgebiet ist mit 2.343 Quadratkilometer und über 420.000 Einwohnern vergleichbar mit der Größe des Saarlands. Über 80.000 Mal wurden die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischen Hilfswerk im vergangenen Jahr in diesem Gebiet zu Einsätzen alarmiert und einsatztaktisch begleitet.

Die größte technische Neuerung für die ILS brachte die Einführung des Digitalfunks, der mittlerweile sehr stabil im Leitstellenbereich verfügbar ist. In den kommenden Jahren wird auch die analoge Funkalarmierung durch digitale Technik ersetzt. Damit soll es zukünftig möglich sein, direkt Rückmeldungen der Einsatzkräfte vor Ort zu bekommen, um ggf. die Alarmstufe erhöhen zu können.

Seit letztem Jahr kann die ILS Rosenheim auch automatische Notrufe aus Fahrzeugen entgegennehmen (sog. ECalls). Bei Autounfällen wird automatisch der Standort an die ILS gesendet und dort in einem Kartenausschnitt lokalisiert. Zugleich werden weitere Daten wie Antriebstechnik und die Anzahl der geschlossenen Gurte übermittelt. So erkennt der Disponent, ob die Insassen das Fahrzeug nach dem Unfall eigenständig verlassen konnten, oder ob sie aus dem Fahrzeug befreit werden müssen.

Für alle nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen ist die ILS Rosenheim allerdings nicht zuständig. Erkrankte sollten sich wie bisher an ihren Hausarzt wenden oder außerhalb der Öffnungszeiten an die zentrale Rufnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

Im Notfall immer 112 wählen!