„Menschen in Bewegung“ beim 3. Rosenheimer Bildungsforum

Rosenheim. Das 3. Bildungsforum Rosenheim fand in der Volkshochschule statt und widmete sich dem Motto „Menschen in Bewegung“. Drei renommierte Referentinnen und Referenten beleuchteten Hintergründe, Sichtweisen und Perspektiven rund um die Themen Migration und Integration und luden die rund 70 Teilnehmer der Veranstaltung zum Fachaustausch ein.

Gastgeber war auch beim 3. Bildungsforum das Veranstalterteam aus Sozialer Stadt Rosenheim, Landkreis Rosenheim, VHS Rosenheim sowie Katholischem und Evangelischem Bildungswerk. Bürgermeister Anton Heindl würdigte in seinem Grußwort die Integrationsarbeit in Rosenheim und machte deutlich, wie wichtig gelingende Integration für das Miteinander in der Stadtgesellschaft ist.

Im Anschluss folgte der Impulsvortrag von Migrationsexperte Kilian Kleinschmidt. Kleinschmidt war seit Anfang der 1990er Jahre für die Vereinten Nationen beziehungsweise ihre Hilfswerke in verschiedensten Krisenregionen der Erde beschäftigt. Er leitete von 2013 bis 2014 eines der weltweit größten Flüchtlingscamps in Jordanien und ist sich sicher: „Flüchtlingscamps sind die Städte der Zukunft“. Heute lebt Kleinschmidt in Wien und betreibt das Startup „Switxboard“, das Unternehmen mit Flüchtlingsprojekten vernetzt.

Auswirkungen der weltweiten Migrationsbewegungen für unser Zusammenleben hier in Rosenheim beleuchtete Professorin Dr. Juliana Roth in ihrem Vortrag. Dr. Roth leitet die interkulturelle Beratungsstelle an der LMU München. In ihrem Vortrag erinnerte sie daran: „Ob Deutsch oder nicht – wir sind eine Gesellschaft“.

Den dritten Vortrag übernahm der Rosenheimer Pfarrer a.D. Harald Klein. Knapp drei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise zog er eine Bestandsaufnahme und stellte fest: „Ohne Chaos gibt es keine Zukunft.” Künstlerisch umrahmt wurde das Vortragsprogramm von kurzen Darbietungen des Clowns Stefan Pillokat des bekannten Duos RigoL & tOrF. Dieser verstand es, die Themen Kommunikation und Integration auf amüsante, aber auch nachdenkliche Art und Weise zu interpretieren.

Im Anschluss an die Vorträge waren die Teilnehmer zu einem offenen Austausch in Workshops eingeladen. Gleichzeitig gab es in der VHS die gleichnamige Wanderausstellung „Menschen in Bewegung“ zu sehen, eine Leihgabe der Friedrich-Ebert-Stiftung.