Der Weg ist noch nicht zu Ende: Vergleich der Corona-Infektionszahlen aus Rosenheim, Tirol und Südtirol

Der Vergleichdes Infektionsgeschehens in der Stadt Rosenheim mit den Entwicklungen in Tirol und Südtirol zeigt, dass die Corona-Krise in Rosenheim noch nicht vorüber ist. Nach wie vor besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Darauf weist die Stadt Rosenheim auf der Grundlage einer vergleichenden Analyse des Infektionsgeschehens in der Stadt Rosenheim sowie dem Land Tirol und Südtirol hin. Zwar zeigt die 7-Tage-Inzidenz für die Stadt Rosenheim in den letzten Tagen eine sehr positive Entwicklung: Sie ist von 165,8 am 08. April auf 17,4 am 19. Mai gesunken. Rosenheim ist damit nicht mehr in den bundesweiten Top 10 der Neuinfektionen vertreten. Dennoch warnt der städtische Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), Hans Meyrl, die Bürgerinnen und Bürger vor Nachlässigkeit. „Es wäre falsch, jetzt sorglos zu werden. Im Gegenteil: Gerade gegenüber Risikopatienten, speziell älteren Menschen, sollten alle Bürgerinnen und Bürger nach wie vor besonders achtsam und rücksichtsvoll sein“, so Meyrl.

Für die Analyse des Verlaufs der Infektionszahlen in Stadt und Landkreis Rosenheim, Tirol und Südtirol hat die Stadt die Fallzahlen jeweils auf 100.000 Einwohner umgerechnet. In der Zeit von 16.03. bis 18.05.2020 hat sich demnach in der Stadt Rosenheim die Anzahl der bestätigten Infektionsfälle von 5 auf 801 bzw. um den Faktor 160,2 erhöht. In Südtirol stieg die Anzahl der Fälle im gleichen Zeitraum von 45 Infizierten auf zuletzt 486 Fälle. Dies entspricht einem Faktor von 10,8. In Tirol sind die Fallzahlen in dieser Zeit von 41 auf 466, also um den Faktor 11,4angestiegen. Die Entwicklung bei Infizierten und Genesenen zeigt, dass die Stadt Rosenheim gegenüber Tirol und Südtirol rd. vier Wochen hinterherhinkt.

Die Stadt Rosenheim weist ausdrücklich darauf hin, dass wegen der methodischen Normierung der Fallzahlen auf jeweils 100.000 Einwohner diese Häufigkeitszahlen nicht mit den vom Rosenheimer Gesundheitsamt publizierten Zahlen an bestätigten Infizierten verglichen werden können. Die Umrechnung der Infektionszahlen auf jeweils 100.000 Einwohner ist notwendig, um die unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen von Stadt und Landkreis Rosenheim sowie Tirol und Südtirol miteinander in Beziehung setzen zu können.

„Die inzwischen erreichten Lockerungen und der Rückgang bei der 7-Tage-Inzidenz sind hoffnungsvolle Zeichen für eine zumindest in Ansätzen wiedergewonnene Normalität. Dennoch zeigt die Entwicklung der Zahlen in der Stadt Rosenheim, das der Kampf gegen die Viruserkrankung noch lange nicht zu Ende ist. Ich appelliere deshalb an alle Rosenheimerinnen und Rosenheimer, die neugewonnenen Freiheiten in der Gastronomie, gerade auch am bevorstehenden Vatertag, maßvoll und achtsam zu genießen. Die Einhaltung der bestehenden Abstandsregelungen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken sind auch weiterhin absolut notwendig, um weitere Neuansteckungen zu verhindern“, warnt Meyrl vor zu viel Sorglosigkeit.

Die Daten für Stadt und Landkreis Rosenheim basieren auf den Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

Das Land Tirol veröffentlicht seine Infektionsdaten ebenso wie die Südtiroler Landesverwaltung.